Rezension: Die Säulen der Erde

Hallo zusammen! Es war still die letzten Monate, die Uni hat mich doch recht in Anspruch genommen im bisherigen Jahr. Aber heute gibts mal wieder was Neues und zwar eine Buchrezension. Ich habe die letzten Wochen an Ken Folletts Klassiker „Die Säulen der Erde “ gelesen und wollte meine Gedanken zu diesem Buch hier einfach mal ganz kurz zusammenfassen

„Die Säulen der Erde“ ist eine historischer Roman und spielt im England des 12. Jahrhunderts. Es geht im Wesentlichen um den Bau einer Kathedrale und das Leben derer, die an ihrem Aufbau beteiligt sind. Die ganze Geschichte erstreckt sich über eine Zeitspanne von mehreren Jahrzehnten und die Figuren werden durch einen Großteil ihres Lebens begleitet.

Insgesamt mochte ich das Buch. Es ist flüssig zu lesen und zeichnet ein überzeugendes Bild von den Machtkämpfen des mittelalterlichen England. Die Geschichte wird aus den Perspektiven fünf verschiedener Hauptfiguren erzählt, die sich zu unterschiedlich langen Abschnitten abwechseln: Tom, einem Baumeister, Jack, seinem Stiefsohn, Philip, dem Prior eines nahen Klosters, Aliena, einer aus der Nähe kommenden Grafentochter und William, dem Sohn einer anderen Adelsfamilie aus der Gegend. Von diesen fünf sind alle außer William sympathische Charaktere, denen man, obwohl sie ganz klar ihre Schwächen haben, gerne durch die Geschichte folgt und auf ihren Erfolg hofft. Philip zum Beispiel ist in manchen Dingen ein sturköpfiger Prinzipienreiter, der eben die Einstellung eines katholischen Mönchs des 12. Jahrhunderts hat, kämpft am Ende aber doch meistens für die richtigen Ziele.

Aber da sind wir auch schon bei einem Kritikpunkt: William Hamleigh. Wir haben seine Perspektive und können in seinen Kopf schauen, dennoch scheint er nur überzeichnet-böse Eigenschaften zu haben: Er ist dumm, grausam, sadistisch, rachsüchtig und missgünstig. Mir macht es wenig Spaß, über solche Bösewichte zu lesen, vor allem weil Williams Verhalten zu allem Überfluss oft auch noch  ziemlich lächerlich ist. Auch wenn es durchaus Motive gibt, die erklären, warum er so geworden ist, finde ich viele Stellen letztenendes doch etwas übertrieben. Ich bin der Ansicht, dass ein Bösewicht einer Geschichte nur so böse sein sollte, wie er es für den Fortgang der Handlung muss. Kick-the-Dog-Momente finde ich in den meisten Fällen überflüssig. Ich lese lieber über Antagonisten, mit denen man am Ende vielleicht bis zu einem gewissen Grad sympathisieren kann.

Kommen wir zur Handlung: Diese hat natürlich etwas Episodenhaftes durch die ganzen Zeit- und Ortswechsel, mit dem Bau der Kathedrale (und der Liebesgeschichte zweier Hauptcharaktere) als verbindendes Element. Manche Episoden haben mir gefallen, andere weniger. Insgesamt war mir das ganze manchmal ein wenig statisch, vor allem wenn nach einer heiklen Situation unmittelbar ein Zeitsprung folgte, wenn ich eigentlich erwartet hätte, dass die Action jetzt eher Tempo aufnimmt. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass derselbe Konflikt sich, mal mit anderen Allianzen, mal an einem anderen Ort, mal mit anderen Mitteln, doch recht oft wiederholt. Was sicher auch in einer Weise realistisch ist, aber auch etwas vorhersehbar. Zum Schluss waren es mir noch ein paar zu viele zufällige, aber für die Handlung wichtige, Zusammentreffen von Charakteren.

Aber nicht, dass das hier falsch verstanden wird: Mein Gesamteindruck ist definitiv sehr positiv. Ich hatte schon länger keinen historischen Roman mehr gelesen und hatte (auch wenn ich durchaus meine Zeit für das 1300-Seiten-Monster gebraucht habe) schon Spaß beim Lesen. Und übers mittelalterliche Kathedralen bauen weiß ich jetzt auch ein bisschen mehr.

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