Eis, Feuer und die Ritter des Sommers, oder: „Unglaublich, es geht weiter hier!“

Hallo zusammen! Ich hab mich ja eine ganze Weile nicht gemeldet. Das lag, wie ich gestehen muss, nicht daran, dass ich keine Zeit hatte, sondren viel mehr an mangelnder Motivation. Aber jetzt bin ich wieder dran und auch wenn ich nicht versprechen kann, dass es so weiter geht, hoffe ich, dass in nächster Zeit wieder etwas mehr kommt.

Kommen wir zum eigentlichen Thema: Viel Zeit habe ich in meiner blogmäßigen Abwesenheit in des Lesen der Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin gesteckt, vielen bekannt durch die HBO-Fernsehserie „Game of Thrones“. Ja ich bin auf dieses weithin bekannte Werk erst in diesem Frühjahr nach mehreren Empfehlungen aufmerksam geworden, ich bin bei so was manchmal halt etwas spät dran… Jedenfalls hat mich die Reihe geistig beschäftigt wie schon lange kein Buch mehr es geschafft hat, ich bin sogar in den zugehörigen Foren schon aktiv geworden. Und wenn ich mal anfange, Statistiken über ein Buch zu machen, weiß man, das alles zu spät ist, ich glaube das war das letzte Mal bei Harry Potter der Fall. Neben den interessant geschriebenen Figuren und dem guten (nicht außerordentlich guten) Weltenhintergrund ist es vor allem die schiere Größe und Wucht der Geschichte, die mir so gefällt. Dass tatsächlich Hunderte von Charakteren auftreten und das ganze trotzdem noch irgendwie zusammenhängt, finde ich schon ziemlich cool. Ich mag den ständig wechselnden Blickpunkt und die Interaktionen immer neuer Zusammenstellungen von Figuren.
Für den Blog hier habe ich mich entschieden, kurze Texte über einzelne Kapitel zu schreiben, die ich besonders gerne mag. Das werden nicht die üblichen Verdächitgen sein, zumindest nicht ausschließlich, sondern eher kleine Momente, in denen ich aus dem einen oder anderen Grund etwas Besonderes gefunden habe.

Für alle, die die Reihe noch nicht gelesen haben: Es kommen selbstverständlich Spoiler in den Betrachtungen vor. Ich werde mich aber bemühen, zumindest nichts zu schreiben, was über das jeweilige Kapitel hinaus geht.

Los geht es mit einem Kapitel von Catelyn. Es ist ihr zweites im dritten deutschen Buch („Der Thron der sieben Königreiche“) und ebenfalls das zweite im englischen „A Clash of Kings“(In der Serie spielt sich das ganze irgendwann in der ersten Hälfte von Staffel 2 ab, in veränderter Form natürlich). In dem Kapitel kommt Catelyn Stark, als Gesandte ihres Sohnes Robb Stark ins Lager des selbsternannten Königs Renly Baratheon, um mit ihm ein eventuelles Bündnis zu verhandeln. Während in anderen Teilen der Sieben Königslanden der Krieg schon längst im vollen Gange ist, hat Renly ein Heer von grünen Jungen um sich versammelt, die vom Ruhm der Schlacht träumen. Ritter des Sommers, nennt Catelyn sie… und der Winter naht. Doch Renly ist zutiefst selbstsicher uns siegesgewiss. Überzeugt, dass er einen wesentlich besseren König abgeben würde als sein älterer Bruder Stannis hat er sich durch eine Heirat mit Margaery Tyrell mächtige Veründete geschaffen (und nebenbei hat er ein Verhältnis mit Margaerys Bruder Loras Tyrell). Nun zieht er gen Königsmund (King’s Landing), wo er seinen verhassten Neffen Joffrey (der eigentlich gar nicht sein Neffe ist, was Renly zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht weiß) vom Eisernen Thron vertreiben will. Er hat die größte Armee des Reiches und der scheinbar mächtigste Gegner, Tywin Lennister ist mit Robb Stark beschäftigt. Doch Renly reitet nicht etwa mit Höchstgeschwindigkeit auf die Hauptstadt zu, nein, er bleibt an jeder kleineren Burg stehen und bleibt dort teilweise mehrere Wochen. Catelyn trifft den König in Bitterbrück (Bitterbridge). Als sie das Lager erreicht, wird gerade ein Turnier veranstaltet. Catelyn wird willkommen geheißen und verhandelt nach dem folgenden Festmahl mit Renly. Dieser ist einer Allianz mit Robb nicht abgeneigt und würde diesem sogar seinen Königstitel zugestehen, solange er weiterhin Treue zum eisernen Thron schwört. Doch alle Pläne werden am Ende des Kapitels mit einem Mal über den Haufen geworfen. Sturmkap (Storm’s End), Renlys Heimatsitz wird von seinem Bruder Stannis Baratheon belgaert, der sich selbst nun ebenfalls zum König ausgerufen hat.

Was ich an dem Kapitel so sehr mag, ist die Diskrepanz zwischen Renlys selbstgewissem, scheinbar auch berechtigtem Optimismus und Catelyns dunklen Vorahnungen. Sie hat durch den Krieg bereits viel verloren: Ihr Mann ist tot, ihre eine Tochter ist Geisel in Königsmund, die andere ist verschollen. Sie will den Krieg ihres Sohnes eigentlich nicht, fügt sich aber in ihre Aufgabe als Diplomatin. Sie hat längst die Träume und Vorstellungen der Jugend hinter sich gelassen und empfindet Mitleid gegenüber den „Rittern das Sommers“, die voller Vorfreude und Blutdurst in den Krieg ziehen. Der Verlust naiver Vorstellungen erwartet auch sie. Dieser Verlust ist ein zentraler Teil des ersten Teil des „Eis-und Feuer“-Epos und kann an Charakteren wie Sansa, Arya, Daenerys oder auch Bran beobachtet werden. Renly erlebt sein ganz persönliches böses Erwachen, als man im mitteilt, Sturmkap werde belagert. Erst hält er Tywin für den Angreifer, was rein geographisch eigentlich auszuschließen ist, was zeigt, wie wenig er einen Angriff seines eigenen Bruders erwartet hatte. Man sieht daran auch, wie schlecht Renly seinen Bruder eingeschätzt hat. Wie konnte er erwarten, dass der harte, gesetzestreue Stannis sich von seinem jüngeren Bruder seinen rechtmäßigen Thron abspenstig machen lassen würde (Stannis kennt zu diesem Zeitpunkt längst die Wahrheit über Joffrey’s Eltern)? So fällt er vollkommen aus allen Wolken und bricht in der Folge sofort überstürzt nach Sturmkap auf.

Neben diesem Hauptstrang hat das Kapitel noch einige andere interessante Aspekte. So erleben wir die erste Begegnung mit Brienne von Tarth, die das bereits erwähnte Turnier in Bitterbrück gewinnt und als Preis einen Platz in Renly’s persönlich Garde fordert und ihn auch bekommt. Man bekommt schon einen guten Eindruck von Brienne’s unsicherer Persönlichkeit, die sich aber erst in späteren Kapiteln so richtig entfaltet. Weitere Figuren, die wir zum ersten Mal persönlich kennen lernen sind Margaery Tyrell, Maes (Mace) Tyrell, Randyll Tarly und Mathis Esch (Mathis Rowan). Wer bitte? Den letzteren haben bestimmt viele nicht so richtig auf dem Schirm, auch Leute, die alle Bücher gelesen haben. Er ist ein mittelwichtiger Lord aus der Weite (Reach) und mein persönlicher Geheimfavorit. Bis jetzt hat er in keinem Buch etwas Wichtiges geleistet, in die Serie hat er es selbstverständlich auch nicht geschafft, aber irgendwie mag ich ihn. Er ist auch derjenige, dem gegenüber Catelyn von den Rittern des Sommers spricht. Er hat insgesamt so eine Art, bei allen Dingen gleich auf den Punkt zu kommen und immer den geradesten, auch ehrlichen Weg zu wählen. Nicht immer versteht er alle Nuancen und lässt sich durchaus auch mal autricksen. Ich werde vielleicht mal eine komplette Analyse seines Charakters hier veröffentlichen, mit allen Stellen, wo er vorkommt. Mal sehen

Das war es fürs Erste! Weitere Kapitel folgen nach Lust und Laune. Wenn jemand gern über ein besitmmtes Kapitel lesen möchte, darf er gerne einen Wunsch in den Kommentaren abgeben.

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